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Full text of "Zur Boetius-frage [microform]"

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MASTER 
NEGA TIVE 
NO. 93-81 553 




MICROFILMED 1993 
COLUMBIA UNIVERSITY LIBRARIES/NEW YORK 



as part of the . ^ 

"Foundations of Western Civilization Preservation Project 



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A UTHOR: 



WEISSENBORN, JULIUS 



TITLE: 



ZUR BOETI US-FRAGE 



PLACE: 



EISANACH 



DA TE: 



1880 



COLUMBIA UNIVERSITY LIBRARIES 
PRESERVATION DEPARTMENT 

BIBLIOGRAPHIC MICROFORM TARCFT 



' Master Negative # 



Restrictions on Use: 



Original Material as Filmed - Existing Bibliographie Record 



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: 



189B63 

DV7 Weissenborn, H 

• • .Zur Boetlus- frage; von. . .Weissenborn. . . 
Eisenach, Hofbuchdruckerei, 1880. 
16 p« 24-^- cm. . 

At head of title: Programm des Croosherzoglichen 
realgymnasiumo zu Eisenach, Ostern 1880. 






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1880. 



1880. Progr. Nr. 570. 



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Zur Boetius- Frage. 



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In seinem 1202 erschienenen „liber abbaci'' p. 1 nennt Leonardo Pisano die Zeichen 
für die Zahlen 1 bis 9 „novem figurae Indorum", allein schon er behandelt die Null besonders, 
indem er sie ein „signum, quod arabice zephirum appellatur" nennt, und nach ihm scheint 
sich die noch heute herrschende Ansicht, wir verdankten unsere Zahlzeichen den Arabern, sowie 
die Benennung „arabische Ziifern" festgesetzt und eingebürgert zu haben. Erst im 17. Jahrhundert 
stellte (Treutlein : „Geschichte unserer Zahlzeichen. Karlsruhe 1875" p. 24) Isaak Vossius, gestützt 
auf eine Stelle in der Geometrie des Boetius, die Behauptung auf, unsere jetzigen Ziffern rührten 
von den Pythagoreern her, und, obschon Wallis dies bezweifelte und für ihren arabischen Ursprung 
eintrat, stimmten doch Weidler im vorigen und Mannert im Anfange dieses Jahrhunderts der von 
Vossius ausgesprochenen Meinung bei. Diese gründet sich, wie erwähnt, auf die Geometrie des 
Boetius , und hat demnach die Aechtheit derselben zur Voraussetzung. Gerade hierüber jedoch 
gehen die Ansichten aus einander: Die Einen, am bestimmtesten Hr. Prof. Cantor, glauben die- 
selbe annehmen zu müssen. Andere halten die betreffende Stelle, und noch Andere, wie z.B. 
Friedlein, die ganze Schrift für unächt und in späterer Zeit dem Boetius untergeschoben. 
Ich selbst habe mich denen, welche Boetius die Autorschaft dieser Geometrie absprechen, an- 
geschlossen und die Gründe hierfür in meiner Abhandlung: „Die Boetius - Frage" (Supplement 
zur histor.-literar. Abtheil, des 24. Jahrgangs 1879 der Zeitschrift für Mathematik und Physik, 
von Schlömilch, Kahl und Cantor) ausführlich entwickelt. Hr. Prof. Cantor endlich hat sich bei 
Besprechung dieses Aufsatzes in Nr. 20 der Jenaer Literatur-Zeitung vom 17. Mai 1879 p. 272—273 
nochmals für die Aechtheit der Boetius - Geometrie erklärt. Dieser Umstand einestheils , sowie 
andrentheils der Wunsch, etwas dazu beizutragen, dass der ein nicht unbedeutendes culturge- 
schichtliches Interesse bietende Gegenstand, der nunmehr seit zweihundert Jahren Mathematiker 
und Philologen beschäftigt, nach der einen oder andren Richtung zum Abschlüsse gebracht werde, 
lassen es nicht unpassend erscheinen, wenn auch ich die Boetius-Frage , die mich geraume Zeit 
hindurch unablässig, in Anspruch genommen hat, wieder aufnehme und meiner Abhandlung noch 
Einiges beituge, zumal da ich beim Abfassen derselben absichtlich, um in meinem Urtheile in 
keiner Weise beeinfiusst zu werden, die Schriften Anderer, insbesondere Friedlein' s, zu Rathe zu 
ziehen mich enthalten habe. Um so schwerer aber auch, glaube ich, muss es in das Gewicht 
fallen, wenn sich zeigt, dass ich unabhängig von Anderen zu gleichem Resultate gekommen bin. 



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Dieses findet z. B. statt iu Bezug auf die aus einem Briefe Gerbert's gefolgerte Watir- 
scheinliehkeit, dass die s. g. Geometrie des Boetius nocli im Jahre 985 in Mantua vorhanden ge- 
wesen sei. Weshalb ich mich von dieser Wahrscheinlichkeit nicht habe überzeugen können, habe 
ich in meiner Abhandlung p. 191 angegeben; jetzt fuge ich hinzu, dass auch Friedleiu in Band 
XII der Schlömilch'schen Zeitschrift, Lit. Zeit. p. 73 bei Gelegenheit der Recension von Olleris : 
,, Oeuvres de Gerbert" die gleichen Bedenken andeutet. Nicht minder zweifelhaft will es erschei- 
nen, ob wirklich ein Codex der Geometrie des Boetius im Jahre 821 im Kloster Reichenau vor- 
handen gewesen sei, wie Hr. Prof. Cantor in seinen für die Geschichte der Mathematik so über- 
aus werthvollen „Agrimensoren" p. 130, 217, Anm. 245 aus einer Aufzeichnung des damaligen Bib- 
liothekars Regimbert folgert. Ich gestehe, dass mich die Bestimmtheit, mit der dieses geschehen 
ist, längere Zeit abgehalten hat, die in Betracht kommenden Worte genauer in das Auge zu fassen ; 
später jedoch habe ich sie öfter und sorgfaltig gelesen und komme je länger desto mehr zu der 
Ueberzeugung, dass aus ihnen der genannte Schluss mit Sicherheit nicht gezogen werden kann. 
Regimbert führt nämlich 1. c. unter den 821 in der Bibliothek des Klosters Reichenau vorhandenen 
Werken auf: „De opusculis Boetii. De arithmetica lib. II de geometria lib. III et de dialectica et 
Rethorica Alcuini, Arati de astrologia lib. I, artis medicinae lib. I nee non et de diversis rebus 
libri in codice I.'' So also lauten die Worte, und nicht etwa: „Opuscula Boetii (oder „Ex opus- 
culis Boetii): de arithmetica lib. II, de geometria lib. III.'* Man beachte vielmehr das 6 Mal 
wiederkehrende de, insbesondere gleich im Anfang, ferner den Pu7ikt hinter Boetii und endlich 
das et vor (oder hinter) de dialectica. Jedenfalls wäre es eine sprachliche Härte, das erste de 
in De opusculis Boetii in der Bedeutung ex^ die übrigen 5 de aber in der Bedeutung über aufzu- 
fassen und den Satz so zu verstehen, als seien vorhanden gewesen: „Fow (de - ex) den Schriften 
des Boetius 2 Bücher über Arithmetik, 3 Bücher über Geometrie, und (eine Abhandlung) über 
(die) Dialectik (,) und die Rhetorik des Alcuin u. s. w.'' So also können die Worte nicht ver- 
standen werden, und der Punkt hinter Boetii macht dieses vollends unmöglich. Vielmehr besagt 
die Aufzeichnung des Bibliothekars nur, es sei vorhanden gewesen: Eine (nicht näher bezeichnete) 
Abhandlung über (ebenfalls nicht genauer angegebene) Schriften des Boetius. Ferner 2 Bücher 
über Arithmetik, 3 Bücher über Geometrie, und (eine Abhandlung) über (die) Dialektik (,) und 
die Rhetorik des Alcuin, etc." Jedenfalls aber ist die ganze Stelle zu unklar, als dass aus ihr 
mit Gewissheit, ja nur mit Wahrscheinlichkeit, geschlossen werden könnte, die Geometrie der 
Boetius sei damals in Reichenau vorhanden gewesen. 

Da ferner in der Arithmetik und Musik des Boetius, zu welchen die Geometrie den 3. Theil 
bilden soll, häufig der Pythagoreer Archytas (f 365 v. Chr.) erwähnt wird, nach einer vielberufe- 
nen Stelle der Geometrie aber, p. 412, 20—23 (der Friedlein'schen Ausgabe) Euklid (um 300 v. 
Chr.) einen Satz früher gefunden haben soll, als Archytas, so ist gefolgert worden, dieser Ar- 
chitas der Geometrie müsse ein anderer sein als derjenige der Arithmetik und Musik. Hiegegen 
nun mache ich, p. 221—225 meiner Abhandl., geltend: umgekehrt, der Archytas sei derselbe, wie 
der früher genannte, der Euklid aber ein anderer, als gewöhnlich angenommen werde, nämlich 
der bekannte Zeitgenosse des Archytas, der Philosoph und Sophist Euklid von Megara (um 400 
V. Chr.); zugleich finde ich, da eine solche Unkenntniss (auch den betreffenden geometrischen 
Satz, vom Innenkreise eines rechtwinkligen Dreiecks, suchen wir bei Euklid vergebens) dem na- 
mentlich in der griechischen Literatur wohl unterrichteten Boetius nicht zuzutrauen ist, in dieser 
Verwechselung der beiden Euklide einen Beweis, dass wir hier eine Schrift eines späteren, un- 
wissenden Autors vor uns haben, zumal das ganze Mittelalter hindurch, in welchem nur noch 



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dunkle und verworrene Erinnerungen an die classische Zeit vorhanden waren,*) durchgehends und 
ganz allgemein Euklid von Megara für den Verfasser der „Elemente" gehalten wurde. In Bezug 
auf die Identität der beiden Archytas nun ersehe ich aus Friedlein: Zahlzeichen p. 24, dass die- 
selbe schon früher von Hrn. Hultsch behauptet worden ist; jetzt glaube ich die Richtigkeit dieser 
Annahme durch Folgendes vollends bestätigen zu können : An verschiedenen Stellen seiner „insti- 
tutio musica", z. B. p. 195,27—196,7, 354,26—28, 355,15 betont Boetius das Gewicht, welches 
der Unsicherheit der Sinneswahrnehmung gegenüber die Pythagoreer auf die ratio gelegt hätten 
(Aehnliches lesen wir auch in der Geometrie p. 425,27 — 28), und in Uebereinstimmung hiermit 
bezeichnet er am Ende seiner „Musik" p. 368,9 den Pythagoriker Archytas durch die Worte : „Archy- 
tas vero cuncta ratione consfituens." Fast genau dasselbe finden wir in der Geometrie, p. 413,22 
wiederholt: Sed Architas, in cunctis vtens ratione,'' ein deutlicher Beweis, wie mir scheint, dass 
an beiden Stellen von derselben Person die Rede ist. Denn es wäre doch ein allzu seltsames 
Verfahren, wenn der Verfasser der Geometrie seinen Architas von dem Archytas der Arithmetik 
und Musik hätte unterschieden wissen wollen, gleichwohl aber dies nicht allein nirgends ausge- 
sprochen, sondern beide auch noch auf ganz gleiche Weise charakterisirt hätte. Allein, wird mir 
entgegengehalten werden, wider die Identität der beiden Archytas streitet, dass derjenige der 
Geometrie lateinisch geschrieben oder in das Lateinische übersetzt haben soll, während doch von 
dem Pythagoreer gleichen Namens solches nicht bekannt ist. Indessen, abgesehen davon, dass 
diese Behauptung auf die Unwissenheit des Verfassers der Geometrie zurückzuführen sein könnte 
(Friedlein: Zahlzeichen p. 24), sind auch, wie bereits von Hrn. Hultsch bemerkt worden ist, die 
betreifenden Worte des augeblichen Boetius höchst unklar und seltsam abgefasst. Sie lauten, 
p. .S93, 6 — 8 : „Sed jam tempus est ad geometricalis mensae traditionem ab Archita, non sordido 
hujus disciplinae auctore, Latio accoramodatam venire," und wir erfahren doch weder hier noch sonst 
wo, worin diese Accommodation an das Lateinische bestanden habe. Im Gegentheile: Bei der 
Beschreibung der Minutien- oder Bruch-Tabelle, deren Kenntniss Pseudo-Boctius dem Architas 
verdanken will, und deren Ursprung er auf die Pythagoreer zurückführt, p. 425, 23 — 31, spricht 
er sich dahin aus, p. 426, 10—16: „His ergo minutiis adinventis nominibusque editis multiformes 
eis notas (Pythagorici) indidere, quae, quia partim graecae partim erant bar bar ae, nobis non vide- 
bantur latinae orationi adjungendae. Quapropter nos rem obscuram obscuris ignotisque notarum 
signis involvere nolentes loco earundem notarum latinorum elementorum notas ordine ponemns 
sqq." Offenbar also hat der Architas der Geometrie die theils griechischen theils barbarischen 
Namen der Bruchzeichen (auch der Ziffern : Igin etc. ? p. 426, 23—26) nicht, wie man doch er- 
warten sollte, latinisirt, und ebenso wenig erfahren wir was er sonst in dieser Richtung im Ge- 
ringsten geleistet habe. Die Accommodation der geometricalis mensae traditio an das Lateinische 
durch Architas will demnach ziemlich problematisch erscheinen. Unter solchem Umständen liegt 



*) Spricht doch Leonardo Pisano von den „arcus pictagore,'^ und sogar noch 1595, mehr als 60 Jahre nach- 
dem Euklid's Werke bereits im Urtexte gedruckt waren, konnte (K&stner: Geschichte der Mathematik I. p. 147 
bis 148) der Rechenmeistor, Visirer und Notarius publicus zu Halle a. S., Helmreich in seinem Bechenbuche das 
Erstaunliche vorbringen : „Algebras zu Vlem, der grosse Geometer in Egypten. zur Zeit des Alexar.dri Magni, der 
da war ein Praeceptor oder Vorfahrer Euclidis , des Fürsten zu Megarien, als der köstlichst und berühmste in 
der Zahl Pithagorae hero, hat auch .... das Buch in arabischer Sprache genannt Gebra und Almchabula, wel- 
ches ein Buch ist voti dem Dinge, das sie sagt, die Zahl und Frage sei ein Ding, dadurch unbekannte Zahlen 
und Fragen werden geschrieben, so hernach von Arithmedo aus arabischer Sprache in griechisch ist transferirt, 
und weiter von Apuleio aus griechisch ins Utein gebracht worden." 



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nZren stet r^'T? « / ' VT.''.* ^i""^*""*" ""«^ Räthselhaftigkeit der oben ge- 
nannten Stele p. 393, 6-8 auf einer Verderbniss des Textes berul.en. Zwar erseheint derselbe 

m der Fnedlem sehen Ausgabe als festgestellt und gesichert, gleichwohl liber könnten scheTnbar 

unbedeutende Aenderungen bereits in die ältesten und besten Handschriften sich etgescW ichen 

enlKt n i?T""' **l\f'*- «^"^ d^ebmanns Ausg. d. Agrimensoren p. ^_S) 
entlehnt ist. In gleicher Weise, mochte ich vennuthen, wäre in den den Abacus und Architas 
betreffenden Zeilen: „geometriealis mensae traditio ab Archita . . Latio accommodate" mit 1 ™ 
stelinng zweier Buchstaben statt „Latio" oder „La..o" zu lesen „La/c ". Z Verräter dr S" 
T Toi* r*".*"*' •**'" Schriftsteller und Meister gegenüber den Unkundigen (eleZeien 
vorher p. 393,1: hujus artis rüdes") als Laien bezeichnet haben, oder aber, f hatte rtwast 
hört von dem Geheimbund der Pythagoreer, ihrer esoterischen und exoterischen Lehre u s w 
und nannte was nicht allzu unbegreiflich erscheint, zumal wenn er etwTe[n Klotterb^der waT 
die Nieht-emgeweihten und Nicht-Pythagoreer Laien. Vergl. „laycaii more" in de Pra'ti Ueo 

De a1 ::ct"p"395 S'^Vf"^ "'^^l" "" ^"'^""^ mathematiques. Halle ISeöTp 3oS 
wer Ausdruck p 395,25: „Pythagoreum dogma", sowie die Worte p. 397, 7-15 • PvthaJrici 

nommaban , . . . a postenoribus appellabatur abacus, ut quod alta mente conceperant melius 
. . . m notitiam Mn. transferre possent" stimmen namentlich mit letzterer rSsunJ^voH 

^enMrr 'k''" '"?"'*''*'' Arpedonapten, p. 171, den Euklid zu beltzen und zu wöS 

^Lhe st t/Re.°r^^^^ '" ^•'-'"**"* «'"« -- wissenschaftHche undThe - 

reiiscbe ist, und Regeln, die m der Praxis unmittelbar zu verwenden wären vnn ihm ni.hf 

seTzurd::-«"^;" "'^'"' "k*"""*^"-^ ""•* »^-»-«"-^ -» h"be erspVr f r Ä: 

Setzung des Boetius ausgegeben, und zwar habe derselbe, in Uebereinstimmung mit der im Mittel 
alter allgemein verbreiteten Meinung, dass nur die Lehrsätze und AufgZnvor Euklid hifS' 
S tTf": "°^<^»-t™««-- '^ber der Commentar des Theonfder Anderer it^'i" 
den Wortlaut der enteren aufgenommen, und nur bei den ersten 3 Constructions-Aufgaben d 

t rn\irZeirn^^T''^''°""r;' •"■.' '^^^'^'^ ««««"«' hinz„ge.,e.zt Ä „„„t 
aer Jen. Lit. Zeit. p. 273 in einigen Stücken Aehnliches ausgesprochen wird nSml.,.),. p. k 

irZ T t Schriften He,„„,, ^, ,, r,, ,„ „Heron",'A„'szt a- - S n ^j^s 

ili h r" ^^^'5 ^f?' ''"'**^^ ^"^^ ""' '"•« Definitionen und aus Lehrsätzen besehend 
welche ohne Beweis dem Feldmesser genügten, und für ihn waren sie verfasst. fiTnen liehen 

^ril v*t 7 T u ' **'* '^•"■•*^* "'' »<"'«««' *'^ denken uns ferner den Frontin etw^ 

dann ! * Tk! "*" ^''^*^' ^"""^' "*"• *•«'» ^' »'«ht lassen können, in seine Hand" Ind 
dann entsteht uns seine Geometrie um kein Haar besser als «ie .rpwnrrf.n .'7;°* "*""«' ""d 

Boeti. übersetzt ijig das gleiche griechische Wort eLT'^ we^ rS e, «^ ^^^^^^^^^ 

abzutre cht t F.::: thf '"' "'"""kI' '*"■ ^<'*""^ «^'^ ^"*-'"«^ft «•-- Geome ri^v^S 
aDzusprechen, die Frage wohl erwogen, ob letztere nicht etwa auf die hier angegebene Weise ent- 



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standen sein könnte, habe jedoch geglaubt, dieselbe verneinen zu müssen, und zwar aus folgen- 
den Gründen : zunächst wären, wie aus dem „übersetzt" der letzten Worte hervorgeht, diese Aus- 
züge griechisch gewesen (und der angebliche Boetius versichert ja auch selbst p. 389, 20, dass er 
den Euklid übersetzt habe), und es will doch wenig glaublich erscheinen, dass bei der grossen 
Mehrzalil der römischen Feldmesser Kenntniss des Griechischen hätte vorausgesetzt werden 
können. Sodann aber auch: Das in die venneintliche Geometrie des Boetius aufgenommene Stück 
des Euklid enthält ausser Definitionen und Lehrsätzen (ohne Beweis) auch einige zwanzig (fast 
den 4ten Theil des Euklid-Auszugs) Constructions-Aufgaben, und zwar nicht allein ohne Beweis, 
sondern auch ohne Angabe der Auflösung. Der griechische Euklid, den wir uns als Boetius vor- 
liegend zu denken hätten, musste demnach ebenfalls Aufgaben enthalten haben; offenbar aber 
fanden sich in demselben auch die Constructionen und Beweise, denn der angebliche Commentar 
des Boetius zu den 3 ersten Aufgaben ist, worauf ich p. 205—206 aufmerksam gemacht habe, 
nichts Anders als eine üebersetzung der Worte Euklid s. Ebenso wenig, darf man vielleicht 
schliessen, werden in demselben die Beweise der Lehrsätze gefehlt haben. Es kann daher der 
Euklid, dessen sich nach der Jen. Lit. Zeit. Boetius bedient hätte, doch nicht ein solcher gewe- 
sen sein, wie daselbst beschrieben wird. Immerhin jedoch erscheint es auf den ersten Anblick 
möglich, Boetius habe einen mehr oder weniger vollständigen Euklid übersetzt und den Bedürf- 
nissen der Feldmesser angepasst. Das Fehlen oder Hinweglassen der Beweise (falls die Vor- 
lage dieselben enthielt) könnte man sich daraus erklären, dass die Agrimensoren ihrer nicht be- 
durften, dass ein Lehrsatz, auch wenn er ohne Beweis ausgesprochen wird, immerhin einen ge- 
wissen Inhalt hat, und demnach einige Belehrung aus ihm geschöpft werden kann. Anders aber 
verhält es sich mit den Aufgaben. Der Wortlaut einer solchen, z. B. einen Winkel zu halbiren, 
ist, wenn nicht wenigstens angegeben wird, wie dieselbe zu lösen sei, völlig inhaltsleer, und es 
ist schwer einzusehen, wozu die Mittheilung desselben einem Feldmesser oder sonst Jemandem 
hätte dienen können, und weshalb Boetius die Constructionen, die doch sein Text offenbar ent- 
hielt, hinweggelassen hätte. Vergegenwärtigen wir uns dieses, und nehmen wir noch hierzu die 
öfteren Klagen über die aus allzu grosser Kürze hervorgehende Dunkelheit und Unverständlichkeit 
Euklids, auch bei den drei ersten Aufgaben, bei denen er doch in dem angeblich von ihm selbst 
herrührenden Commentar nicht mehr und nichts Anderes zu sagen weiss, als Euklid, so gelangen 
wir zu der Ueberzeugung, der Verfasser der Geometrie hegte die oben erwähnte ungereimte, aber 
im Mittelalter allgemein verbreitete (vielleicht durch arabische Euklid-Bearbeitungen hervorgeru- 
fene) Meinung, Euklid habe nur den Wortlaut der Definitionen, Lehrsätze und Aufgaben gegeben, 
und Andere dieselben durch Beweise und Auflösungen commentirt. So erklärlich daher bei einem 
dem Mittelalter angehörenden Verfasser diese Ansicht ist, so unbegreiflich müsste sie bei Boetius 
erscheinen, dessen Zeit sich noch mit derjenigen des durch seinen Commentar zum Euklid weit 
berühmten Proklus Diadochus berührte. Bedenken wir ferner u. a., dass eine wörtliche Üeber- 
setzung zu dem in der Arithmetik und Musik eingehaltenen Verfahren wenig passt; erinnern wir 
uns, dass Boetius in der ersteren sagt, von allen Polygonalzahlen sei die erste die Trigonalzahl, 
„quod latitudinis et superficiei solus terminus principium est," mit dem Zusätze p. 91, 7—8: 
„In geometria quoque idem planius invenitur. Duae enim lineae rectae spatium non continent/' 
und dass wir in der Geometrie doch diesen Satz sowohl bei den Postulaten als Axiomen ver- 
gebens suchen; beachten wir weiter, dass Boetius gerade das sttgofji^i^g in Euklids 3L Defini- 
tion nicht durch parte altera longior übersetzen konnte, nachdem er in der Arithmetik stereotyp 
mehr als 50 Mal das gleiche, aber etwas Anderes bedeutende, Wort des Nicomachus ebenso wie- 



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dergegeben hatte; erwägen wir endlich noch vor Allem, dass der allenthalben unbescholten da- 
stehende Boetius sich einer durch nichts zu rechtfertigenden Unredlichkeit schuldig gemacht hätte 
indem er die Auflösungen und Beweise zu den 3 ersten Aufgaben, mochten sie seiner Meinung 
nach von Euklid oder einem Anderen herrühren, sich selbst zugeschrieben hätte; - bedenken 
wir dieses Alles, so kommen wir zu dem Schlüsse, dass Boetius auch nicht der Uebersetzer dieses 
m semer Geometrie enthaltenen Stückes des Euklid sein kann. Vielmehr weist Alles auf die 
Richtigkeit meiner im Eingange dieses Abschnittes erwähnten Ansicht hin, nach welcher in einer 
späteren Zeit ein unwissender in der daselbst angegebenen Weise eine bereits vorhandene Euklid- 
Uebereetzung dem Boetius unterschob. Nur ein solcher, der die immerhin mühevolle Arbeit des 
uebertragens nicht selbst übernommen, sondern gedankenlos und ohne Verständniss Vorliegendes 
abgeschrieben hatte, konnte trotz des Euklid die Dreiecke so thöricht eintheilen; nur ein solcher 
kenn e, obschon die 27. Definition, p. 376, 6 richtig lautet: „trilaterarum figumrum orthogonium 
id est rectiangulnm quidem triangnlum est, quod habet angulum un«m rectum," einige Seiten 
weiter p 408, 6, an der Stelle, wo die Berechnung des rechtwinkligen Dreiecks für die schwie- 
rigste erklärt wird, sagen: „Qnarto nimimm loco trigonus orthogonius ab Euclide inseritur et 
und,9ue rectum haben« angulum designatur, inaequalia continens latera," so das hier dem rechtwinklieen 
Dreieck von allen Seiten ein rechter Winkel, mithin im Ganzen deren ärei. zugeschrieben werden, 
lalls es nicht mit dem Rechteck, dem trigonus paralelogramus hortogonius des Epaphroditns (Agri- 
mensoren, p. 209, § 10, 12) verwechselt wird; nur ein solcher endlich, dem der ^iechische T«t 
gar nicht zn Gesichte gekommen war, konnte die Angesichts der 31. Definition völlig sinnlosen 
und sonst ganz unerklärlichen Worte schreiben p. 416, 8: „Tetragonus autem parte aLTIIngZ 
,nli^. ■'„'''^ .T ?,^'"'° ■'*'' "•"■ »«1»"»t"um definitnr, a Nicomacho autem i^ouLj 
aber,";,» ^.-^/.'"'f«" Umständen kann auch die Angabe Cassiodors, Boetius habe den eS 
il ' r. •'". 1%^*'''*^' ^»"«»' ^»"'»' '^^ derselbe an einer später geschriebenen Stelle 
dieselbe nicht wiederholt, sondern nur Boetius als Mathematiker preist, in den Worten (üsener 
Anecdoton Holderi p. 4): „(in) mathematicis disciplinis talis fuit, ut a^tiquos Ltores aut aeoui: 
r: deraZT\ «-«»« -»V^'^-hwengnchkeit dieses £obes jedU T mLc cX 
•'' "ej. a'i^«' Anschein nach selbst nur sehr dürftige Kenntnisse in der Mathematik besass 

TeuIim uTh f "*^«^«'''-' -^«'"''- - --en Augen auch diejenige der Beha«be; 
die Euklid-Uebersetzung, verdächtig (s. meine Abhandl. p. 190-191) 

nis, ^LtlT Hr ^f -.'■'''eege» hält in Bezug auf letztere die Giltigkeit von Cassiodors Zeug- 
niss aufrecht, entfernt sich aber um so mehr von demselben in der Beurtheilung der mathemati- 
schen Leistungen des Boetius. Sie sagt: „Am Unabweisbarsten vollends ist für die G ometr ie 
das Zeugniss des Cassiodorius .... Cassiodorius freilich hat ihn (Boetius) „vir magniST 
"nVEs^roV"?" ^""""'-'^f "t-"S ^-anut; müssen wir uns diesim Urtlüe unterofd- 
dl« rfi! ";«'«"' «»«fsP^oehen worden, dass die Römer schlechte Mathematiker waren, und 
dass die Geometrie vollends ihre schwächste Seite bildete. Von Caesar bis Trajan etwa haben 

abwätM "h'" ^uT'""' f*"" ''''''''' ■ ■ ■ ^^" T-J- «-«^ - mit rhefschten 
^wärts vom niedrigen Hohenpunkt .... Mit der Arithmetik war es nicht ganz so schlimm 

tt wLTa^m fr ^*"t"' :. V """ "'" "'"" ^*" '"'"'"«' • • • derVthema SerBo;: 
Th«f . I. Ti^^ u""^*"""^"^" ^''""' """^ '"" wenigsten der Geometer Boetius." In der 
That auch sind die hier ausgedrückten Ansichten weit verbreitet; so spricht Hankel in seiner Ge 

rndtLrkL^'iSTi^T. r •" r '"' ^**''r«'' "* •''™'^'' «'- ^^^^^'^ 

nna Bemerkt, ibid. p. 302, tadelnd: „m der ganzen übrigen mathematischen Literatur der Römer 



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(ausser der Geometrie des Boetius) findet sich nirgends wieder nur eine Spur eines feeweises*^ 
nicht zu leugnen femer ist, dass die mathematischen Leistungen der Römer nicht zu vergleichen 
1 sind mit denen der Griechen. Allein können wir darum, weil sie nicht so hoch standen als diese, 
behaupten, sie seien weniger befähigt gewesen als irgend ein anderes Volk? Sind doch sogar die 
Kenntnisse der selbst bei den Hellenen wegen ihrer Geometrie berühmten Aegypter allem An- 
schein nach nur dürftige gewesen! Und verhielt es sich anders im Mittelalter, in welchem Jahr- 
hunderte hindurch die öfter erwähnte Meinung massgebend war, Euklid habe nur die Definitionen, 
Lehrsätze und Aufgaben gegeben, die Beweise aber seien der Commentar eines oder mehrerer 
Anderer, offenbar weil man zu jener Zeit ihre Nothwendigkeit gar nicht empfand, und weil da- 
mals nicht das Wissen, sondern das Glauben in erster Linie stand? Hat sich aber nicht gleich- 
wohl endlich der Zweifel entwickelt mit seinen schlimmen wie mit seinen guten Folgen, unter 
welche letzteren ich namentlich den Sinn für wahre Wissenschaft rechne, und ist nicht auch die 
Mathematik erheblich gefördert worden? Und wenn wir von den Römern ein Gleiches nicht sagen 
können, rührt dies nicht vorzugsweise daher, dass sie, als die ersten Anregungen zu ihnen drangen, 
ein bereits dem Untergange verfallenes Volk waren? In Wirklichkeit aber dürften dieselben auch 
auf diesem Gebiete Hankel's hartes Urtheil nicht verdienen. Denn, wenn (Agrimensoren, p. 121 
sqq.) die römischen Feldmesser im Besitz von Regeln für die Summirung von Potenzenreihen 
waren, wenn sie eine elegante Formel besassen zur Auffindung der Pyramidalzahlen aus den Po- 
lygonalzahlen und ihren Seiten, eine dergleichen zur Darstellung der Polygonalzahlen aus ihrer 
Seite, wenn sie, wie Nipsus, unreine quadratische Gleichungen mit 2 Unbekannten mit Verständ- 
niss und Gewandtheit lösten; so sind, auch wenn sie dieses Alles wohl nicht selbst gefunden 
hatten, doch solche arithmetische Kenntnisse nicht allein nicht gering, sondern im Gegentheii 
höchst beachtenswerth und überraschend zu nennen, wie dies auch Chasles in seiner Geschichte 
der Geometrie p. 521 (deutsch von Sohncke) andeutet. Auf einer niedrigeren Stufe allerdings 
scheint die Geometrie gestanden zu haben, allein wir sind, da mehrere Schriften, welche hierüber 
Licht verbreiten könnten, wie von Frontin und ein Theil der Feldmesser-Abhandlungen, verioren 
sind, hierüber zu wenig unterrichtet, als dass wir ein sicheres Urtheil über den Stand der Geo- 
metrie bei den Römern fällen könnten. So sind wir denn auch leider verhindeil, dem im Obigen 
ausgesprochenen, völlig begründeten. Verfangen, Boetius dürfe nur nach seiner Zeit beurtheilt 
werden, gebührend Rechnung zu tragen, denn wir wissen eben nicht gewiss, wie viel oder wenig 
wir dieser, was wir Boetius, der doch über sie hervorragte, zutrauen dürfen. Aus diesem Grunde 
bin auch ich an die seinen Namen tragende Geometrie, wenn schon ich von seinem und seiner 
Zeitgenossen mathematischem Wissen nicht so gering denken kann, als die Jen. Lit. Zeit., trotz 
Cassiodors Lobpreisungen mit keineswegs hochgespannten Erwartungen herangetreten. Um so 
mehr aber auch glaubte ich bei der Mangelhaftigkeit unserer Kenntniss vom Stande der römischen 
Geometrie andere, nicht minder begründete, Forderungen einer gesunden Kritik berücksichtigen 
zu müssen. Offenbar nämlich darf Boetius nicht im Widerspruche mit seiner Zeit, ebenso wenig 
aber auch im Widerspruche mit sich selbst erscheinen, seine Schriften müssen nach Inhalt und 
Form übereinstimmen mit anderen, gleichartigen und gleichzeitig verfassten, und seine Geometrie 
insbesondere muss, auch wenn der „Mathematiker" und „Geometer" nicht besonders betont wird, 
sich als gleichartig erweisen mit der Arithmetik und Musik, zu denen sie ja den 3, Theil bilden 
soll in dem Werke, welches er seinem Schwiegervater Symmachus widmet. Allein statt der Ue- 
bereinstimmung, die zu erwarten wir gewiss berechtigt sind, begegnen wir hier der auffallendsten 
Verschiedenheit in jeder Beziehung. In der Arithmetik sind nicht allein die conventionellen For- 



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Inen seiner Zeit, in deren strenger Beobachtung Boetius ja aufgewachsen war (auch Cassiodor 
versäumt nicht, dem Namen des Boetius den Titel „vir magnificus" beizusetzen) gewahrt, sondern 
ihr Inhalt zeugt auch, wenn schon nicht von tiefem mathematischen Wissen, so doch von völliger 
Beherrschung und Durchdringung des Gegenstandes, so dass sie noch heute bei der Interpretation 
der nicht selten dunkeln und schwer zu verstehenden gleichnamigen Schrift des Nikomachus, von 
welcher sie eine freie Bearbeitung ist, zu Rathe gezogen zu werden pflegt ; in noch höherem Grade 
macht die Musik den Eindruck eines selbständigen, mit vollkommener Sachkenntniss geschriebe- 
nen Werkes. In der Geometrie hingegen finden wir die Form vernachlässigt, ihr Inhalt ist, in 
grellem Gegensatze zu der Einfachheit des Gedankengangs in den beiden ersten Theilen, ein ver- 
worrenes Durcheinander, aus welchem kaum der eigentliche Zweck erkannt werden kann, ihr 
Verfasser zeigt sich nicht allein als ein völliger Ignorant in Geometrie, sondern auch als unge- 
schickter Darsteller, und die ganze Schrift ist voll der unbegreiflichsten Erscheinungen aller Art: 
Da begegnen wir nicht nur mehrfach dem im Mittelalter üblichen Ausdrucke „geometrica ar«," 
den wir in der Arithmetik und Musik nirgends finden, Boetius überrascht hier auch den Leser 
mit einer, und zwar trotz seiner Unwissenheit in Geometrie im Ganzen richtigen, Uebersetzung 
des Euklid, dessen Namen er doch in den beiden ersten Theilen, so oft sich auch Gelegenheit 
geboten hätte, nicht genannt hat; einige Seiten weiter aber hat er bereits vergessen, was er über- 
setzt hat. Ebenso ist ihm im 3. Theile aus den Gedanken gekommen, was er im 1. geschrieben 
hat, das parte altera longior braucht er in beiden in verschiedenen Bedeutungen, die 1, die er 
in der Arithmetik, und in der Musik*) in der Reihe der natürlichen Zahlen stets mitgezählt hat, 
zählt er in der Geometrie ebenso durchgehend nicht mit, und beruft sich unerklärlicher Weise 
dabei, und zwar ohne alle Veranlassung, auf die Arithmetik; und Logik ist ihm, der doch die 
logischen Schriften des Aristoteles bearbeitet hat, der von der Philosophie so durchdrungen war, 
dass er Angesichts des Todes Trost aus ihr, nicht aus der Religion, schöpfte, etwas völlig Frem- 
des. Ich füge noch hinzu, dass die Benennung d>gitus und articulus für Einer und Zehner weder 
in der Arithmetik noch in der Musik, sondern erst in der Geometrie vorkommt, und dass nach 
Friedlein (Schlömilch's Zeitschr. X. p. 252, Zahlzeichen p. 101) diese Bedeutung erst um die Zeit 
Gerberts wieder erscheint; dass ferner in der Arithmetik nur die römischen Zahlzeichen als 
gebräuchlich angeführt sind, in den Worten p. 86, 24-87, 3: „Hoc autem cognoscendum est, quod 
haec Signa numerorum, quae posita sunt, quae nunc quoque homines in summarum designatione 

*) An einer Stelle der Musik allerdings scheint Boetius die 1 unter den ungeraden Zahlen nicht mitzu- 
xihlen, denn wir lesen daselbst p. 276, 15—277, 1: „Philolaus vero Pythagoricus alio modo tonuin dividere temp- 
tavit, statuens scilicet primordiuni toni ab eo numero, qui primus cybum a prinio inpari, quod niaxinie apud Py- 
thagoricos honorabile fuit, efficeret. Nam cum ternarius numerus primus sit inpar, tres tertio atque id ter si du- 
xeris XXVII necessario exsurgent, ... Ex hoc igitur duas Philolaus efficit partes." Allein wir haben hier offen- 
bar die Ansicht des Pythagoreers Philolaus vor uns, wie aus den folgenden Worten hervorgeht, p. 277, 5— li: 
„Ac primum diesin in XIII unitatibus constare arbitratur (Philolaus) eo, quod . . ., quodque ideni numerus, id est 
XIII ex noTenario, ternario atque uuitate consistaf, quae unitas puncti obtin<fa^ locuni, ternarius rero primae in- 
paris lineae, novenarius primi inparis quadrati." Ausserdem auch handelt es sich hier um Cubikzahlen, und bei 
diesen, wie bei den Quadratzahlen zählt Boetius, auch in der Arithmetik, die 1 bald mit, bald nicht mit; da ist, 
p. 95,16—17; 96,10 die 1 „primus vi et potentia quadratus', die 4, p. 95,18: „secundus (quadratus), qui actu 
primus est," die 1, p. 112, 17—18; 136,14—15: „tu et potestate cybus' , die 8 bald die Ite, p. 111, 24-112, 1, bald 
die 2te, p. 136, 15—17, Cubikzahl. In der Reihe der natürlichen Zahlen aber zählt Boetius auch in der Musik 
die 1 allenthalben mit. so p. 236, 24—25: „Disponatur enim numerus naturalis unitate mulctatus: II, III, IUI, V"; 
p. 239,27-28: „Disponatur enim numerus naturalis I, II, III, IUI, V"; p. 250,4-5: „Quocirca naturalis numeras 
ab unitate usque ad quaternarium disponatur: I, II, III, IUI." 



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describunt, non naturali institutione formata sunt. Ut enim quinarii subjectam notulam fingant de 
V, vel denarii, quam descripsimus, id est de X, et alias hujusmodi non natura posuit, sed usus 
adfinxit", dass aber in der Geometrie Boetius noch andere Zeichen, insbesondere die unseren 
jetzigen Ziffern zu Grunde liegenden kennt, die von den Pythagoreern oder von Archytas herrüh- 
ren sollen,*) wovon in der Arithmetik, obschon man dies doch hier erwarten sollte, nirgends die 
Rede ist, und deren Gebrauch erst bei Gerbert nachweisbar ist, u. a. m. 

Fassen wir nunmehr das Bisherige zusammen, so kommen wir zu folgendem Resultate; 
1) Aus der Einleitung in seine Arithmetik können wir zwar vermuthen, Boetius habe als 3ten 
Tlieil seines Werkes eine Geometrie verfassen wollen, nicht ein einziger der Beweise aber, welche 
darthun sollen, dass er eine solche auch wirklich geschrieben habe, ist unanfechtbar und völlig 
überzeugend, eine Schrift Frontin" s, welche als Vorlage gedient haben könnte, unsicher, ein Ar- 
chitas Latinus höchst problematisch, mit Wahrscheinlichkeit dagegen weist Verschiedenes auf eine 
Entstehung der Geometrie gegen das lOte Jahrhundert hin, und gewiss endlich ist es, dass die- 
selbe mehrfache starke und unerklärliche Widersprüche gegenüber der Arithmetik enthält. 2) Wäre 
Boetius in der That der Verfasser dieser Geometrie, so wäre er nicht nur, im Gegensatze zu sei- 
nen sonstigen Schriften, ein in der Darstellung ungeschickter, unglaublich gedankenloser und dem 
hier von ihm behandelten Gegenstande nicht im Entferntesten gewachsener Autor, sondern er 
hätte es auch trotz seiner völligen Unwissenheit in geometrischen Dingen, die ihm doch nicht ver- 
borgen bleiben konnte und ihn, sollte man meinen, von der Bearbeitung dieses Theils hätte zu- 
rückhalten sollen, gewagt, Andere über eine Wissenschaft zu belehren, in welcher ihm selbst die 
elementarsten Kenntnisse fehlten, er hätte endlich sich nicht gescheut, den vermeintlich von einem 
Anderen herrührenden Commentar zum Euklid sich selbst zuzuschreiben; seine Geometrie aber 
wäre eines der räthselhaftesten Bücher, voll der auffallendsten Unbegreiflichkeiten, ein Buch, des- 
sen Beurtheilung jeder Kritik, die den Verfasser doch als einen ebenso wenig mit sich selbst wie 
mit seiner Zeit im Widerspruch stehenden Mann voraussetzen muss, unzugänglich sein würde. 
Erwäge ich dieses Alles, so kann ich den Glauben an die Aechtheit dieser anscheinend von Boe- 
tius herrührenden Geometrie mit dem um die Geschichte der Mathematik so hoch verdienten Ver- 
fasser des Artikels in der Jen. Lit Zeit., obschon ich mit demselben in verschiedenen Stücken 
übereinstimme, nicht theilen ; vielmehr befestigt sich je länger desto mehr meine schon früher aus- 
gesprochene Ueberzeugung, dass wir in dieser Geometrie das aus Schriften der römischen Feld- 
messer und einigen andern compilirte Werke eines einer späteren Periode, etwa bis zum lOten 
Jahrhundert, in welcher die Wissenschaft noch mehr verfallen war, angehörigen Fälschers er- 
blicken müssen, der nach der damaligen Meinung nur die Lehrsätze und Aufgaben, nicht aber 
auch die Beweise und Auflösungen als von Euklid gegeben ansah und den Megarenser Sophisten 



*) p. 397,3—15: ,,Quidam enim hujuscemodi apicum notas sibi conscripserant, ut haec notula responderot 
unitati 1 . . . . Quidara vero in hujus formae descriptione literas alfabeti sibi assumebant . . . Alii autem in 
hujusmodi opus apices naturali i numero insignitos et inscriptos tantummodo sortiti sunt." Vielleicht ist es beim 
Anführen dieser Stelle, obschon sie sehr bekannt ist, doch nicht tiberflüssig, auf Zweierlei aufmerksam zu ma- 
chen : Erstens versäumt es der Verfasser der Geometrie unbegreiflicher Weise, gerade die Hauptsache beim 
Rechnen mit dieser Art von Abacus hervorzuheben, dass man nämlich nur neun verschiedenartige Marken be- 
dürfe; denn er nennt zwar nur die neun Ziffern von Igin bis Celentis, sagt aber nicht, dass man nur die neun 
ersten Buchstaben des Alphabets oder Marken mit 1 bis 9 Punkten oder Strichen nöthig habe. Zweitens liefert 
diese Stelle den Beweis, dass die Ziffern Igin bis Celentis und der Columnen- Abacus nicht nothwendig mit 
einander verbunden sind, denn wir kennen zwar jene nur in Verbindung mit diesem, aus den angeführten Worten 
aber geht hervor, dass auf dem Coluninen-Abacus auch mit anderen Zahlzeichen gerechnet ward. 

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für den Verfasser der Elemente hielt. Für die Möglichkeit, dass um die genannte Zeit, in wel- 
cher einestheils das Rechnen mit Ziffern, obschon noch nicht völlig verstanden, anderntheils die 
wesentlich durch die Araber vermittelte Kenntniss des Euklid in weitere Kreise des christlichen 
Abendlandes zu dringen begann, eine derartige Schrift entstehen konnte, liefert diejenige Gerberts 
„de numerorum divisione^', sowie die demselben zugeschriebene Geometrie, welche der vorliegen- 
den in manchen Stücken ähnlich ist, den Beweis; auf die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ur- 
sprungs weist, wie erwähnt, V^erschiedenes hin; und wenn wir, uns in die Vorstellungen jener 
Periode versetzend, die anscheinend von Boetius herrührende Schrift von diesem Gesichtspunkte 
aus betrachten, so verschwinden alle Unerklärlichkeiten und Zweifel, und alle Bedenken in sach- 
licher und formeller Hinsicht, die sich uns sonst in erheblicher Anzahl aufdrängen, erledigen sich 
auf die einfachste und natürlichste Weise. 

H. Weissenborn. 



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I. «nterrid)t im ^djuljaljre 1879-1880. 



^eiLta. Orbinatiu^: Dr. ^iet^. 

^leliöiouglchre. 3 <St. 6 ige mann. «iblifd)C @efd^id)te alten STcftamcntS. Bürger %hx\% 
ber (5JcDqrapt)ic üon $aläftina. Smemorirt: 1. ^anptftürf u. 1. 5lrti!el, fiicb 1—5, @prüd)e 1—50. 
Jeftfatcdjefcn. ^ e u t f d). 3. @t. Dr. iRi et ^. Sefen, (Sttlären, Söiebetergätilen üon Etüden auö 5(ura§ 
unb ©nerlidj. 2:1)1. 1., Sortarten, 5Iejion§let)te unb ^nalt)fe beö einfachen (©a^eö. erjä^lungen. '^uffäle. 
^ütatc äur Einübung ber Orthographie. !Detlamirübungen. fiatein. 9 ®t. Dr. 9fliet^. ^^aö) t., 
%. &. Sattniann'g (S^rannnati! bie gonnenlet)re biö jum X)eponeng ejcl. %u§, (lt)xi)i, Oftermann'ö 
Uebnng^bud) bie nteiftcn bcrfiefe== unb Uebungöftüde. ^iersu ejtemporalien unb (Siercitien. 9lec^nen. 
5 «St. ei gern ann. ^ie ©runbred)nnngen mit gangen benannten 3#cn; Einleitung gur ^rud^* 
re^nnng. !Die öeifpielc au§ @d)ellen'ö Aufgaben. (^efd)td)te. 1 @t. ©igemann. @agen- unb 
|)elbengefd^id)te ber ®ried)en unb W6mtt. ®eograpf)te. 2 @t. Dr. 9^iemöller. 2:opograpl)ie 
üon J^üringen unb !Dent)c^lanb. @d)önfc^retbcn. 3 «St (Sigemann. ^Singen. 2 (St. ^ln\xh 
bireftor ^elmbolb. ^enntnig ber flöten, ^ntertjallüorgeid^nungen, STonartcn k.; Einübung ber cm= unb 
ämciftimmigen Sieber ang ber (5Jefangfd)ule üon Sibmann. Sturnen. 2 <St. ©olbner, <B. Onarta. 

Quinta. Drbtnariu^: Dr. (§)ünt^er. 

5Hcligion^4e^re. 3 @t. Eigemannn. «iblifdje ®e}d)id)te be§ neuen ^Teftamentö nad^ 2an& 
I)avb'ö fiel)rbud). ^eograp^ie üon ^aläftina. ^Jiemorirt 2. u. 3. %xt, 3. ^auptft., Sieb 6—10, «Sprüche 
51—100. gcft!atcd)cien. X)entfd). 4 «St. Dr. @üntf)er. Sefen unb Siebcrcrgä^len anä ?(ura^ 
unb ©nerlid). gormenlcl^rc unb ©^ntajc be§ ein{ad)en Sa^eö nad) Sattnmnn'ä (Sirammatif. ^(nal^fe 
bcv Sortartcu unb 8a^tt)eile, !Dtttate jur Einübung ber Ort^)ograpt)ie. ^)eflamivübungen. ^Itte 14 
Xagc ein ^Xufiati. Sateinifd). 6 ©t. Dr. 9lietl). S^egelmäfeige Jormenleljre repctirt, unrcgelmäfetgc 
gelernt bi^^ gu ben ^Inomala ejcl., 1. Enrfnö ber @a^Jel)re nad) Sattmann. Seftüre: Oftermann 
il. big (S.56. Efcrcitien unb Extemporalien, gransöpic^. 5 St. Dr. ^ünttjer. pö^, Uebungö« 
bud^ biö iRr. 28 mit bcu entfpred)enben $aragrapt)en ber fnrsgef. ^rammatü. SOkmorir* unb ©d^reib» 
Übungen. 2ööd)eutlic^c Extemporalien unb Ei'ercitien. Dte^nen. 4 St. Eigemann. ^Die ^runbrec^* 
nungen mit gen^öl)nli(|en linb 3el)nt^eiligen ^örüc^en; ü^egelbetri. ^ic Aufgaben auö ber «eifpielfammlung 
üon 8d)enen. 9hiturbefc^reibnng. 2 @t. Dr. 9?iemöller. Qm «Sommer: Beitreibung unb 
S!3ergleid)nng eint)cimifd)er ^flanjcn: im 333inter: 35cjd)reibung unb 25ergleid^ung einbeimifd)er Säuge« 
tliicre unb 33ögel. ®e{d)ict)te. 1 St. Eigemann. Er^ätjlungen auö ber griec^ifd^en unb römifc^en 
©ef^id^tc. ^eograp^ie. 2 St.Dr. 53nnbt. Ueberfid)t über alle 2:t)cilc ber Erbe. Scljönf (^reiben. 
2 @t. Eigemann. 3eic^nen. 2 St. ^rof. Bauer. T)ie fenfred)tc, wagered^te unb fd)räge ©crabc 
mit i^ren änfammenfe^ungen ; bie gebogene Sinie mit i^rer Steigerung 5um leichten Ornamente nad^ 
SBorseid^nungen an ber Sd)ultaiel. ^ugenmapbungen. Singen. 2 St. ü)^ufi!bire!tor |)elmbolb. Em* 
Übung ber ameiftimmigen E^or=Solfeggien t)on Sibmann unb ber awciftimmigen Sieber auö beffen ®c« 
fangfd^nlc. Slurnen. 2 <St. ©olbner. @. Onarta. 

Quarta. OrbinartuS: Dr. 9liemöller. 

?)fleltqion§Icbre. 2. <St. Dr. ^Jlietf). Einleitung in ben tatec^iSmu«, Se^rc t)on ®ott. 
SWcmorirt: 4. big 6. §auptft., bie bibl. Bü^er, Sieb 11-15, (Sprüd)e 101—150. .^^eut?d^. 3 (St. 
Dr. iWicmöllcr. Sejen unb Erflören prof. ©tüde n. (5iebid)te aug bem 2. Z\)tnc tjon «uraS unb 
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velmbolb. Qm ©efangc marcn €lmxta, Xcrtta, Secunba unb ^rima comb. S. u turnen 2 
St. ®oIbner. eejta Cuinta unb Cuarta bilbeten bic untere '?tbtt)eihutq im turnen, «ioraenommen 
würben 5r_ei= unb Orbnungöübunaen nadi Spicg unb Sion, and) mit ben böhernen unb für JQuarta 
mit ben ciiemen «Stäben; ferner Öerätpbungen, ^oc^= unb Seitfpringen. 

IJDter-Tertia. Orbinariuö: Dr. ^unbt. 





gelernt ba3u einige Ieid)tere ^bf*nitte au^ «ertram'ö fransöfifdiem 2c)tUid) überfe^t. I^emorirübunqen. 
^ocabeüemen aiiä ^ö^' Petit Vooabulaire. ^rtcmporalien unb (Jrercitien. (Snalifdi 4 St Dr 
^"«i*''^^^'''^'??'^^'' unb Sefen Ieid)tcr $rofa nad) 2)?effert^ö (Slemeutarbud). iofabeln na^ 
SJienert. e^temporahen unb e?ercitten. SWatbemati! unb 9ted)nen. 6 ^t 5(rithmetif 2 St 
Dr.^iemoUer. X)ie mer Specieö in «ud)ftaben bi^ ^ur Dimfion. dieometrie 2 St Sßxo\' 

fvni^^"^r\^'^"^'^-'^*'^^'l^'"^ ""^ ^^ru^meffung; ^Dtt). ^cWa^. iRcd)nen:2 s! 

^rof Sbemenborn. 3mg^ ^ahatU, 't)iöcont^3?ertJ)e{Iungö=$Red)uuug. ^}?aturbcfd)reibunQ 2 St 
Dröofaeu^. 3m Sommer: Seftimmen oon ^flansen; 5(nlage cinee ßerbarium^. Tsm 2)3intcr- 
9tepetitton unb (Irmetterung ber Set)re oon ben Sauget^ieren unb 3>ögcln. Reptilien unb ^Mc Siri 
beflofe ^f,tere. ^^fc^tdjte. 2 St. Dr.^unbt. ^eutfc^e OJefWe t)om ^treten ber limbern unb 
Jeutonen bip 3um Öntcnegnum. ®eograpl)ie. 2 St. Dr. «unbt. mufifdie unb politifdie @eoürai)bie 
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lr«rnh.rÄ1f ^•.^'^«^'•*"?^ !I?^ ,&ol3mobeaen bann nad) (SJerätben unb ornamentalen 
®t)psmobeircn tm Umn|. «eginn ber Sd)atttntng nad) bem üJJobefi. Singen. 1-2 St 9}Mif. 
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Ober-Tertia. Orbinariuö: Dr. Sted)cle. 

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abs., nad)^eattmanu. Oftermaun Hl p, 65-119 münbltc^ überfe^t. 2ööd)cntli^ em @?ercitmm ober 
©rtemporalc corrigirt. b) £e!türe 3 St. Caesar de b. G. I u. IV. 9 biö ©übe. Sranjofifdi. 4 St. 
^rof Dr 5^ ah er: «encde Sd)ulgrammati!, UnrcgelmaBigc 3?crba. einige eonftructioncn. Sfiepeti^ 
ttoucn. fiel türe nad) 33ertram'MranäDfifd)cm Sefcbuc^e. ökmoririibungen. Jl^ocabellerncn e^erciticn 
unb ertcmporalien. englifdi. 4 St. Dr. ©untrer. Jortjc^ung ber gormenletire nad) 3)leffcrt 
unb mid;tiü]tc Siegeln ber Sljuta?:. fiettürc auö Scott, Tales of a Grandfather 2?ocabellcrnen nac^ 
Scott uub^331effert. StinouDmcu: ©jercitien unb (SEtemporalien. 2Katl)ematif. b St. ^^$rof. Dr. 
3<>ci6euborn. ^tritl)meti!. 4 St. ^imfion, 33rudired)ming mit «u(f)ftaben, Gleichungen crften 
(irabeö mit einer unb mebreren, be^ smeiten, mit einer Unbefanntcn. Geometrie. 2. S^. Ä^eiö^ 
lehre unb «ercd)nuna. 2öicbert)olung. ^}iaturbefd)reibung. 2 St. Dr-^ofaeuö. 3»" ^ommer : 
«eftimmung üon Jansen, ©infübrung in hx^ uatürid)e Softem. JF^ ^öinter.- S^ematif ber 
2BirbcltI)iere. Qnfeto unb Spinnen. Ärebfc unb Si>ctd)tl)iere. f n.^/^te 2 St Dr. ^unbt 
^eutfdie Gefd)id)te uom Suterreguum bi§ aum Wiener ßougreg uadiSD^uücr'^ Gefc^i^te beö bcut^c^en 
2.W§. toctition ber bcutfd)enGefd)i^te bi§ sum Interregnum. Gcograpl)ie. 2 St. Dr. ^unbt. 
i^bt)fifd)e unb poIitifd)e Gcograpf)ic üon (guropa'g auJ3erbeutfd)cn Säubern ^}iepetition tjon ^eutjdilanl). 
HeiÄnen. 2 St. ^^rof. «auer. gortfe^ung beö Sd)attireng "«* ^^m |)j)lämDbea. ^egmn beS 
Scfiattirenö nad) ornamentalen Gljpömobellcn. Singen. 1^2 St. aKufi!bire!tor ^elmbolb. S.u. 
Üurnen. 2 St. S. u. 

ClDtersecunda. £)rbinariu^5: ^rof. Dr. §ofecl. 
meliaionölelirc. 2 St. $rof. Dr. Sd)mibt. ©inleitiiug in bie «üd^er ber ^eiligen S^rift 



3 St. ^rof Dr. ^o^el. fieftüre unb ©rflärung oon 
SAiüVr'ö Giodc' u.' SpaaiVrgan^ Gött)e'ö ' ^ermann unb Xorotl)ca. SBorträge unb ^ufjj^e. Sateinifc^. 
4 St. $rof. Dr. Scfamibt. 3 St. Seftüre. Eichert, 5(uö)ml)l auö Ciirtius I.-^llI. 1 St^^ 
matif. Sieberholung unb meitcrc ^u^fübrung ber Scbre üom einfadicn Sa^. JJlunblic^eö UebcrfciKn 
auö Oftcimauu IV. Si)chentlid) ein ©jercitium coiTigirt. Jrangöfifcl). 4 St. jprof Dr. .po^el. 
^ug mW Scbulgrammati! Section 46-65. Gelefen mürben leistete erjaljleubc unb bramati)^e 
5lb)d)uittc am ^löö' Manuel, ^luö teüer^ö ftansöfifcf). Sprecljübungen murbj^n Tix l--10^!^.emorirt 
unb baran Ucbuugcn im Sprcdien ge!nüpft. ©nglifd). 3 St. ^rof. Dr. .potul, gkpetition ber 
Grammati! nad) ÖJZeffert § 1-90 nebft @?:temporalicn barüber. 2)Zcmorirt mürben bic mi^tigfte 
ii3o!abeln an^ ^xam' Hcinem 3So!abelbud). Gelefen mürben leid)tere ersählenbe 5lbfd)nttte auö Herrig, 
British Authors. aj^attiematü. 5 St. $rof. Dr. SöciBenborn. ^ot^ensircn 9l_abiciren fioga^ 
rithmiren. Cuabratifdie Glcidiungen. ^lritl)mctiid)e unb geometrifd)e ^rogretfionen. 3inje§3inörcd)nung. 
Gcometrifdie eonftructioncn. ^l)l)fi!. 2 St. ^irettor. ficl)re oom Sid)t, bem 3Kagnetiömug unb ber 
eicttricitcit. eiiemie. 2 St. Dr. ^ofaeu^. 3^ic Md)tmetalle unb it)re ^^i^^i^^iy- 3oo ogic^ 
2St. Dr.öofacuö. ^gemeine Zoologie. Gcfd)id)te. 2 St. Dr. Siegele. Jtftc Ge)(£iditena^ 
bem hiftor^cf)en Mfgbud)e oon ^erbft. Geograpl)ie. 1 St. Dr. Siegele, ^^len u. ^(frifa nebt 
Sübeuropa. Seinen. 2 St. ^rof. 33 au er. S^attiren na^ Gt)p§mobeiren. fingen. 1-2 St. 
3)Mi^i)i^e!tor |)elmbolb. S. Secunba. 2:urnen. 2 St. ^ - 



^. u. 



Obersecunda« £)rbinariu§: ^rof. Dr. S^aljer. 
9ieligion§lehre. 2 St. ^rof. Dr. Sd)mibt. (Srflärenbe Seftüre beö Galater; unb 3a!obuö= 
briefeö. aird)engefd)id)te xmö) bem fieitfaben be§ Sebrerö. !©eutfc^. 3,St. Jßror. Dr.^alser. 
(So mürbe gelcf en unb erflärt : Sd)iller,«allaben, Jungfrau üon Orleans, £c)ting ^pinna »on «arnl)elm, 
Sbafegpeare, ßeinrid) VI., Sommernad)t§traum. !Diöponirübungen, i^ortragc, JUiffa^e. J^^t^J^M J- 
4 St ^rof. Dr. SAmibt. 3 St. Seftürc: ^lu?^tt)al)l au§ Ovid m6) ber Chrest. Jat. oon 
eid)ert XV-XX. I-IV. 1 St. Grammati!: SBiebcrtjolung unb weitere ^lu^fubrung ber Se^re 
oom ermeiterten Sa§. 3}?ünbUd)e^ Ueberfe^en an^ Cftcrmanu IV 5ÖDd)entlidt| ein ®?f^citium com^ 
Qirt. SVtanäi3fifd) 4 St. ^rof. Dr. |)o|cl. «u^pör Sd)ulgrammati!, i>e!tion 50-57 70-7 < 
Gclefen mürben er5ät)lenbe unb bramatif^e 5lbfd)nitte an^ ^lö^' Manuel. 9iepetirt auö teuer ^ franjot 



14 



©prc^fiBungcn, Scition 1—12 wib baran, fototeaif bic Scftüre, bic Ucbungcn im <Bpxt6)tn gefnüpft. ©ng» 
lifd^. 3@t. Dr. ^rof. «aljer. Scitürc auö Herrig, British Authors; Sheridan, Rivals. ^rammatif, 
ÜJZcffert, Tempora, Modi, eonjunctionen unb ^räpofitioncn. ©jetcitien au3 SDJetfert, Uebung«^ 
bud). ©jctcmpoTalicn. ^ofabcllcmcn unb @pred)übungen. üliattiematif. 5 <St. ^rof. Dr. 
3öeiBcnborn. (Jbcnc Wgonomctric. 9lcpctition bcr Stereometrie. (SJeometrifc^e (Sonftruftionen. ^rit^* 
mctijd)c Aufgaben. ¥^t)fif. 2 3t. !Dire!tor. Se^re üon ben meitamfc^eit 92aturerfd)einungen. (S^emie. 
2 «St. Dr. ^ofacu«. 'Die 9)2ctalle unb it)rc tt)id)tigften 3Serbinbungen. @töd)iomftrifd)e iRec^nungen. 
5laturbcf(^reibung. 2 8t. Dr. ^ofaeug. Uebcrblirf über baö ©ebiet ber SDhneralogie unter 
^eTtJorl)ebung ber n)id)tigften aKinerdicn. @efd^id)te. 2@t. Dr. «Steche le. 35on ber sBölferwan* 
berung bis jumiSnbe beö a)littelaltcrö. ^eograpt)ic. 1 @t. Dr. (Stcc^ele. ^Imerüa unb «uftralien. 
3ci^neti. 2 <St. ^rofcffor iBauer. <Sd)attiren mä) ^t)p§mobeflen. «Singen. 1—2 St. SKufü* 
bireftor |>elmbolb. S. Sccunba. 2:urncn. 2 <St. S.u. 

Prima« OrbinariuS: ber 1)ire!tor. 

SRcIigionSle^rc. 2 St. ^rof. Dr. Sd)mibt. erflärenbe Seftüre beS Qo^anncöeDangcIiumä. 
Unterfd)eibungöIet)Ten, nad) bem fieitfaben beö fie^rerS. !l)eutfd). 3 St. ^rof. Dr. 33Qlaer. fiitera- 
turgefc^ic^te: |)iftorif^e Ueberfidit ber Literatur feit 1400. ©elefen: ©ött)e'ö 3pl)igcnic ; Scjfmg'ig |)am* 
burger Dramaturgie; ?Iefd)t)lo§, ?(gamemnon in ber Ueberfe^ung üon S. ü. i)umbolbt. 'CiSponir» 
Übungen, ^uffä^c unb ÜSorträge. fiateinifc^. 3 St. $rof. Dr. S(|mibt. ©ic^ert Chre* 
stomathia latina V : «uSroal)l auö Livius XVIII— XXXIX. granjöfifd). 4 St. ^rof. Dr. ^ofccl. 
©clcjen mürben mit iad)Iid)er unb fprad)lid)er (Srflärung: Siecle de Louis XIV par Voltaire ju (5nbe. 
Athalie par Racine. i)ie fc^miericieren ^b)d)nitte ber (SJrammatif mürben nad) ^lö^' Noiivelle grammaire 
franvaise repetirt unb bic betreff enben llebungöftürfe überfe^t. ÜJiemorirt mürbe auö Äellcr'ö Sprech» 
Übungen Scction XXIV. Die Hebungen im Spred)en mürben baran unb an bic fieftüre gcfnüpft. ©jtempora« 
licn unb Hebungen im 33ortrag mcmorirter fransöfifc^crficfcftüdc. ©nglifd). 3. St.^rof. Dr. ^aljct. 
©elefen: Shakespeare, Coriolanus; Macaulay, History of England, Vol. I. Wordswortli, Lyrical 
Ballads. (ginige Hapitel au« 5öiri«g'^ ©rammatif. 2Böd)entUd)C Ucberfc^ungen an^ ^ebclö Sc^a^täft* 
lein, ^uffä^c, ejtemporalien unb Dictatc. 55ortTägc anfnüpfenb an bie englifd)e £itcraturgefd)ic^tc. 
Spred)übungcn. lüiatljcmati! unb Sincarscicft'ncn. 6 St. Direftor. (Sompleje 3«t)len, 
9iei()en, ^läc^ungen 3. u. 4. @rabcg, $öa^rfc^einlid)!citSved)nung. .'> St. — Spl)ärifc^e Trigonometrie, 
Sd)uIaftronomic. 2 St. Uebungen in fd^riftlic^cr unb münblid)er Söfung Don mattjematifc^en ?tuf gaben 
jcbcr ^rt. ©ytemporalien. — ^raftifd)e Geometrie 1 St. SS : ?(ufnat)me mit ber tctte unb bem Sinfel* 
ipiegel, mit ber ^uff olc unb bem iRioellirinftnimente ; mit bem 2:l)eobolitt)en unb bem Sextanten. WS. 
1 b: ißorübungen jum panjeidinen; la: 3ci<|ji""9 ^^^ ^^ ^c" Sommer^albjaljven 1878 unb 1879 gema(^= 
ten Äufnabm'en mit fc^marjer unb farbiger 2:ufd)e. $t)t)fi!. 2 St. Dircftor. Statu unb SDJec^anif. 
Uebungen in mat^ematifc^er Sbfun^ pb^fifalifc^er ^Aufgaben. G^emie. 4 St. Dr. ^ofacuS. 9tepc* 
tition unb ©rmeiterung ber allgemeinen ß^emie. St)ntt)etifd)e unb analt)tifd)e arbeiten im Laboratorium, 
nad) ^ofaeuö', Seitfabeu für pra!tifd)=d)emifd)e Uebungen. ^t)^fi!alifd)e ®eograpl)ie. 1 St. Dr. 
^ofaeuS. «Übung unb ©eftalt ber erbe. @ef(i^ic^te. 2St. Dr.Sted)ele. ©cf^ic^te uon 1648— 
1870. 9tepetion beS aWittelalter^. grei^anbseit^nen. 2 St. ^rof. «au er. geic^nen unb 2:ufd)cn 
nac^ iyjaturförpem mit ^(nbeutung ber Jarbe. Sd^mere ®t)p§omamente unb ^rc^itefturmobctle. fiinear^ 
5eid)nen. 1 St. Direftor. S. 9)ktt)emati!. Singen. 1—2 St. aWufübireftor ^elmbolb. Qm 
©efangunterrid^t bilbeten bie Sd)üler ber ^rima, Secunba, ^Tertia unb Ouarta bie Obcrflaffe. Die Ouar= 
taner unb ^^ertianer, meiere Sopran unb ^Ut fingen, t)atten möc^entli^ 1 Stunbe; ebenfo bic^rimaner 
unb Secunbaner, meld)e ienor unb «a^ fingen. So oft mit ben einjeluen Stimmen bie GJefänge ()in' 
rcid)enb geübt maren, fanb eine ß^^orfingftunbe ftatt. 92ad)bem in jeber Stunbe ©efangübungen uon 
©crtalotti, (Soncone k. jur ©rjielung einer guten 3:onbilbung unb Sidj)er^eit im 2:reffen oorgenommcn, 
würben merftimmige ©efänge tjon SD?enbeIg»fo{)n, taüimoba jc. eingeübt. Jurnen. 2 ®t. ^err 
©olbncr. Die obere, aus ben S^ülem ber oier oberen tiaffen beftet)enben ^bt^eilung, turnte am 
iRcd, «arren, Stangengerüft unb ^fcrb, aud^ mit ^auteln unb eifcnftöben, nat)m jufammengefe^te 
grci' unb OrbnungSübungen oor unb übte fid^ im ^od)» unb Sßeitfprung. Qu ber möd)entlid)en 3$or* 
iumcrftunbe mürben t^eilö ©ifcnftabübungen, t^eils bie mciterge^cnbe (Jntmidelung ber Uebungen an ben 



15 



*^^vr^y^»v*' ''V^^y 



bei ber evften ^)ll.tkiluna genonnten ®etatf)en mit ben nbttjigen eriäuterungen butc^genommen; TOOjtt 
Sd) noV Jr «uimuntevung bie Uebungen am Springtijc^, am ^oppüxtd unb an jmet juiammenge. 



fteUten ^^ferbcn gejellten. 



«ttfuabctt für Me «bitttrUnten Oürrn 18S0. 

1 Deut{4et «uf?a6: Sogcä arbeit! «benbä ®äfte! 

Saure Sod)en! gro^e gefte! 
®ött)e, ©c^o^gräber. 
2. 5ronji5fif^eä ejercitium: ©ittot über Descartes. 
3! engUfc^er «uffo^. Frederick Barbarossa. 

^- ^"ÄmpffmU Äbajen »on 5 cm unb 3 cm Sauge, ein um iJ)ren SKittelpunft bur<^ bie 
arennpuntte be?cbrie6ener Sreiä, unb eine ^orabel bereu SBrennpuuK tu einem ber arennpuntte ber 
eüipie"beren @d)eiteUm aJlittelpunfte beJfelben liegt, fd)netbeu einanber; bie Sage ber ©urc^fc^nitt». 

''"" Vtr^SÄSftrb?" gSgVsienfte. »iO ein Sater feinem lljä^rigen @ol,ne 
2000 lart Ar ar@nSe be§ 20ften £eben§j.Ve«, fiebern. ®el<^e« «apital mufe er ju «nfang 
kTlSebenSrerober mW mW S«ente muß er »on biefem äeitpuntte an bis jum «ufange 
be« 20 ten S bei einer SSeräini.Wnfung ju 4 ^rocent einjaHen, wenn bou lüOO eben geborene!^ 
Inaben 527 baä Ute unb 486 bo« 20fte Qa^r crreicfien, Bon ben 20|a^rigen greiTOiligen nur bte 
5fte ei«9 fteto « rb uSSbileingefteUtei fomo't,! bie geftotbenen, aU au(^ bie untaugh^en beerben, 
^paiite enige teu, b , ^, ^^^^^^ getienbe U^r tetten unb beobachtet ju bem 

enbe gjaAmittaflä eine ©onnenp^e h = 36" 15' 20". «u welche 3eit mug er bie feiger richten 
«enn be «r Ue oon eifena* y L 51« 4' ift, ber Unterf^ieb i« *«*'!'''•?.<>'''».''»««':" "!^ 
eifenac^ 12' 30" betrfigt unb er weife, bafe am Jage ber »eobadjtung ber ©eflination bie «onne <J = 

'' '';'';re"Äf5ftrlaimfifer^r ©reuäheife eine, abgeftumpften tege.| fmb R = 20 
r = 8," feine leitenlinie bilbet mit ber ebene be« größeren treife« einen ffi.ntel a = 40»; me grofe ift 
ber ^albmeffer einer Sugel »on gleichem SBJantel unb ber einer tugel üon gleichem ^n^altes' 

^' ?^|liI"ii.\*ein?m'^5RitI«.agen Uegeube Sanbfteinfäule, »on 0,5 aReter ©ur^meffer, 2 SWeter 
ßiSbe unb 2 5 fSee ®e«, foU auf einer um 30» geneigten fc^tefen ebene burc^ einen gern S^nliien 
tff^äug mltT<.Ä^^^^ aioUen, beffen Seile einen ffiintel uon f '«'•'''«, JÄ„fj 
ffi unb%n weld)em lajlänner mit 40 KgÄraft ein jeber S«^'«' i^'.'.*"* ™&Ät .S 
«innVn unter einen SBintel oou 60« jur fAiefen ©bene geftemmte $)ebebäume, mittelft weli^er ebenfo 
Se TOüner an irt m inet! in be'r breTfad,en entfermmg b,r »jonn-agen^ö^e Bom Sufepun te au8 
lÄinHi* brüc!en,'im ®leid)gemi(^t ge^altin werben. SBie uielc fo bemannte $ebebaume fmb baju 

erforrerlid)? gleidifcitigcu btconBejen @la«linfe beren «rümmmtgärobiu« 4 cm lang ift, 

befinbeTfic^ein leuSnb« *pLtt ül foU bie Sage ber« Iber beffelben 6««^"'» »«*•'"' »"«'""' 
entfcrnung »on bä Sinfe a^ unenblid) grofe ift, b) 36 cm, c) 8 cm, d) 4 cm, e) 2 cm beträgt. 

*"* 3.''S'ba'1pef tem"bä Ibrper, bie «rten baffelbe j« beflimme« «nb bie barauf gegrün. 
ben aKe§mer!5euge. 



._.-^ .- -• '^.'N< 



X 



-ir 



16 



IL €l)tomk. 

Wlit ^Öcginn beö Untcrrid)tö würben $err Dr. 8tcc^cle unb ^err Dr. ^ünttjer in baö fiet)rer= 



I 



(Sd)waben, bcjudite üon 1857 h\^ 18()5 baj^ @r)mnaiiuni in ^Huii^bnrg, ftubirte üon ba bi<§ 1869 in 
^J)iünd)en (^q^\ä)U unb ^Ärd)iDn)e)en, \mv uon 1869 biö 1874 ßel)ver an einer ^riuatanftalt in ^ol^ 
ftcin unb uon 1874 bi-5 1879 be^^^l. in Qcna. 

^leid) nad) ^^fingften infpicirte |)err ®e^cime4lird)cnrat^ Dr. $)ef)e ben Üteligion^unterridit. 

T^cr ©eburtötaq 3r. iiönii3lid)cn |)o^cit bes ®ro6tjcr3Dijö warb in gcmoljntcr 5ä>ci]e fcftlid) bcijanacn. 
Tic 3'cftrebe ^iclt |)cit Dr. 5ted)ele über bie Jperfunjt ber Jljürimjer. 

xHm 3. 3uli öv-nofien Seljrcr unb ©djülcr ba§ Ijciligc 5tbenbma^l. 



J 





ju erftattenben ^erid)tö barüber befinbeu wirb, ob unb unter weldjcn ^ebingunqen bie \J(ufnat)mc ju 
getüäljren ift unb iüeld)e 2et)ranftalt im gaüc ber ÖJennil)runi3 bcu bctreffenben v^d^ülcr auf5unet)mcn l)at. 

3m Saufe beö 3"^^ ^^^^i-'^ ^ic X)ircftiou ueranlaßt barüber ^u berid)tcn, wie eö mit ben täglichen 
9)iorqenanbad}ten bei bcm iöeginne beö Unterrid)t^ in ber 'Xnftalt get)alten werbe, ob fie in ben einjel-- 
nen tlajjen ober gemcinid)aftln^ in ber 5(ula unb in weld)er 'Bd)c — mit ^efancj, mit hiebet ober 
mit beiben — ab^eljalten werben. 

«nf ein ®efud) be^ ©rog^ersoölidjen Sanbrabbinat^, bie reliiiiöfe ßr^ieOung ber iöraelitifc^en 
Qugenb betreff enb, beftätigt ^roB^er^oglidje» ^taatsminifterium, nad) abermaliger eingeljenber (Jrwä* 
gung ber grage: „weldic iöerüdfid^tigung ben is^raelitiid)en @c^ülern, wenn fie im &roJ3t)er50tjtl)um 
anberc aU isJraclitifd)e Schulen befud)cn, in bcnfelben behufs ber iöeobad)tuni3 i^reö Äultnö jn Xt)eil 
werben !ann/' W05U bie JÖerid)te ber Tireftiouen ber t)öt)crcu Seljranftalten unb ber ii3olf0fdjulen in 
eifenad) alö äunäc^ft in ^etrad)t fommenbe, fowie beö ö>roj}l)cr5o^lidjen ^e^irföfd^nlinfpectoriS bafelbft, 
eingeforbert waren, nnterm 9. !5December bie biöt)erige Hebung. 

^ie gortfüt)rnng ber Safferleitung in ber 'Dire!torwü()nung üom iöorfaale beö 8todwer!ö bcr= 
felben auä auf ben ^feac^boben, nebft "änfc^affung eines Spri^enfd;laud)eö, wirb am 9. ü. 3)ionat^ 
genet)migt. 

•^n @efd)en!en, für welche wir t)ier unfern ergebenften T)anf auöfpredjen, gingen ein: 

10 ©jsemplare ber „Jlora ber Sartburg unb Umgegenb uon (Sifenad)" uon $rof. Dr. fallier in 
Qena, weld)e 3e. l^öniglid)e ^ot)eit ber (^ro^ljer^og ju geeigneter ^erwenbuug überweifen lie^. 

gür bie Sibliottje! in ben beiben legten ®d)uliat)ren , 1878/80; 



M 



i 



wegen auf 2 Slage anögcbet)nt werben. 

X)e^ ©eburtötag^ Sr. 3)lajeftät beö ^aiferö, weld)er in bie^em ^ai)u in bie Serien fiel unb nidit ^^ 

mit bem geftactu^ hex ^-ntlaffun^ ber Abiturienten ücrbunben werieu fonnte, würbe oon ben Seftrebncrn f .^H f 

in geeigneter Seife gebad)t. 5)ie (Sntlaffung felber gcfd)al) am 18. Wdx^. ^. 1^^^.,^^. 

•jRefcripte (5iroB()er3oglid)en 8taat^minifteriumö. 

Unterm 16. Mai wirb nerorbnet: gallo ^d)ülcr, bie oon einer ^oberen Seljranftalt be« ©roß'- 



__n 

rui.ftn« 9Rvtnr r^rtirnDtter- (StoHue Etudes sur la conversation franpaise; g. SöeibUng, ^erlin: 
«,row Ä&a!bX^g^^ «etlin: Guerin, Racines Athalie; pieganbt, ^empel 

fnb ÜrÄ^ ©tammatü; Sinter, «)eibelberg: W^ ^^^^^^Vfl '^T 

JL.nJÄ ISt SeSde auö Vlautuö: SBblfe unb Zf)oma^, ^uö prad)c ber geograp^if^en^Za* 
m r Ciai UÄS^^^^^^ ^11^ ^'^ ^^«*5^^" ^"^ gransöfifdie uuD auö ^l\,^'l^: 

unb daptain 3Karrt)at, a)liböl)ipmann ©af^. _r,x,,„*, . 

eine aJlufc^el nnb Vinigen au^anftopfenbc ^^terc üon ^^nlern ber «nitalt. 




III. ^ffttd) ber J5d)ttle. 



3n: 

ttaren ju Einfang M ediuljatirc« 

traten neu ein 

traten im Saufe be^S^ulJQ^rc^ ein 
gingen im Saufe beei ©diulja^re^ ab 



VI. 

3 

22 
2 
2 



V. IV. 



23 
4 
3 
1 



38 
1 
3 



Illb. 


Illa. 


IIb. 


IIa, 1 

1 


L 


imOanjcn: 


37 
1 


30 
3 


29 
2 
1 


8 
4 
1 


26 
3 
1 


194, 
40, 
11, 


3 


2 


— 


— 


— 


8, 



25 



29 



42 



35 ! 31 



32 



13 



30 



blieben alfo Oftcrn 1880 . . . 

^iernad, Würbe ba^ 9iealgtjmnafium im abgelaufenen ©dmljaljre öon 245 ed)ülern befud)t. 



237 (ScbüL 



18 



3)^it beiu 3cUiViiB ^cr iKcifc würben cut(ajj€u: 

1. ,f) ermann ^Äbami, 18"V* y^aUxc alt. ans (^ifcnad), ftnbirt ^ni^cnicnnvijienfdjaftcn in ^crtin. 

2. C^anl iöinbcr, 19 Sal)rc alt, ans (ri-enad), ftubirt in Berlin \3niienicnrtuiffcnfd)aitcn. 
o. Äarl ^^öbcl, 20 ysaijxc alt, anö Berlin, ftubirt ^^ami)i)fen)'d)aftcn in 'Diitnd)en. 

4. Äarl ^rojd), 20 öi^t)ve alt, ans @otl;a, ftnbirt ncncrc epradjcn in ^^trajjbnri], 

5. Jriebrid) .|pilpcrt, 18Va 3at)re alt, anö Jlol), ftubi.t neuere Spradicu. 

6. ^eorg ^l 5 1)1 er, 18^/* Qa^re alt, au5 ßand)röbeu, unbmct fid) betn ']>oitfad)c. 

7. griebrtc^ ^o^Iman, 19V2 :3al)re alt, tvill xTffi^ier tvcrben. 

8. äottfrieb 9titttt)Ci]cr, 19V3 Qal)rc olt, ant^ 3a^nni;cn, mirb ,^anfmann. 

9. ."per mann *S(^eit, 20 ^atixc alt, an« 3Jlar!fnl)l, luirb ^ni^.^*»^^'»^'- 

10. ^niil ^pör, 19 Qal)re alt, aus ^(polba, ftnbirt tÜhitl)emaiif nnb ')tatnvn)ijfcuii)aitcn in y\\:m, 

11. *)Jatf)an ^tiebel 19 Vs Qat)rc alt, ans (Sifcnad), mirb .Kaufmann. 

12. ^lax X nnb er, 20 3al)re alt, an^ Äimar. ftubirt (Sl)eniie in ^cna. 

13. '^anl Scbcmann, 19', 2 ^s^xh^c alt, anö C^ifenad), ftnbirt neuere opradjca in Siraf^bunj. 

14. ^^aul iiUcbemann, 19'/4 3^ilirc alt, axnb xHpolba, wirb Hanfinann. 

15. ^bolf '©c^b, 19 3al)re alt. anö 3d)nialtalben, tuill ^nr ^>oft i^eljcn. 

'JUiBcrbem erljiclt ba^o ^oui]ntö bcr iKeife; Uarl ^IHidolbt, 23' ? ^abrc alt, auc^ 'l\\d)C[ a. b. 
3i»crra, u»eld}er bas Oiealgijniuafiuni bis jUni (£-iinritt in *^x\ma befud)t tjatte, barauf als ']3l)arma5eut 
tljätig gewcfcn war nnb jet^t 'J)?att)cmati! nnb ^latunviffenfdiafteu in ^cna ftnbiren will, (ir warb auf 
fein @efnd) burd) 9^cfcript (JJrcB^erjDglidicn Staatsniiniftcriunii? uont 23. I^cccniber u. Cv« 5»^ ^^rüfnn^ 
juijelaffcn. 



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1 



lY. J5(l)uird)l«^ 



X^ie üffenttid}en .^Haffei- Prüfungen werben abt]et)alten J>ten(lofl, htn 16. S^lärj, SDiovgcuvS 8—9 
für Cuarta: ^k'ometric — Dr. "}tieuüUler, 5^-an3Ö|ifd) — Dr. (^iintl)er; 9- 10 für Untertertia: (^t- 
fd;id)te — Dr. ilMiubt, l*atein — Dr. ^tecbele: 10-11 iüv Cbcvtcrtia: C^ni^lifd) — Dr. ©üntl)cr. 



ber 



©nglifd) — "prof. ^al^cr, 3}^\tl)ewatifd)C ^l)i)fi! — Direttor. 

'Der Jeftaftns ^ur Jcier ber (Sntlaffuni) bcr *?lbitnrientcn, 5U bcffen iBcfnd) fowie 3n bem b 
tlaffcnprüfnmjen ergebeuft eiuijelabcn wirb, beginnt pounerflafl, beti 8. ^at}, ^or()etti> 10 ^^v- 

T)a^ abgelaufene >^diuljal)r wirb gefd)loffen ^onnaBetib. beti 20. ^at}, ba^i neue beginnt ?5loti- 
ia^, ben 5 jt^rK, pRori^ens 7 3(6r. 5lufnal) ine prüf nng ber neu eintretcnben ^d)üler: ^onn- 
tibenb. btn 3. ÄptU, JÄorgcns 8 gC^r im @cbäubc bc§ ÖJrojiljcräoglidjen 'Jlealgijmnafiumö (8d)mel<= 
Serftrage), 



(gifcnadi, mdx^ 20, 1880. 



3)cr Divcikiüv des ä^rußfier^ugfichcn ilcat'gt|mna|tums. 

Dr. ®. .ftöpp. 



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